In nur drei Schritten zur richtigen Energie-Strategie

10.12.12

Wie mit Business Intelligence aus Smart-Metering-Daten sinnvolle Informationen gewonnen werden

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Frankfurt, 10. Dezember 2012 - Intelligente Zähler, auch Smart Meter genannt, sollen Stromkunden künftig einen besseren Kostenüberblick liefern und sie für ihren Stromverbrauch sensibilisieren. Eine EU-Umweltrichtlinie sieht vor, dass sie bis zum Jahr 2022 in allen Haushalten der EU installiert sein sollen. Das bedeutet für Deutschland, dass insgesamt rund 42 Millionen Strom- und 22 Millionen Gaszähler auszutauschen sind. Die digitalen Geräte können die erhobenen, oft minuten-genauen Verbrauchswerte automatisch an das Energieversorgungsunternehmen (EVU) übertragen. Dort geht eine Flut an Rohdaten ein, die es zu kanalisieren und aufzubereiten gilt. Aktuell fehlen jedoch oft nicht nur die geeigneten Instrumente, um den Datenstrom zu bewältigen, es existiert darüber hinaus häufig auch keine IT-Infrastruktur, die eine Verwertung der umfangreichen Informationen ermöglichen würde. Diese wird jedoch dringend benötigt, wenn Energieversorger mit einer „Bottom-Up“-Planung den Energiebedarf wesentlich genauer berechnen und damit Zeiten unpräziser Prognosen endlich hinter sich lassen wollen.

Aus Rohdaten klare Aussagen gewinnen
Um die Potenziale der neuen Messmethode auszuschöpfen, müssen Versorger ein umfassendes und funktionsfähiges Konzept zur Datenaufbereitung- und nutzung entwickeln. Hierzu sind im Wesentlichen drei Schritte vonnöten, um die Daten zu entscheidungsrelevanten Informationen zu verdichten:

1. Schritt: Definition der Prozesse
Alle Prozesse, die zur Informationsgewinnung notwendig sind, müssen festgelegt werden. Die Analyse erfolgt „Top-down“, also aus der Perspektive der Geschäftsprozesse. Nur wenn im Vorfeld detailliert geklärt wurde, welche Unternehmensbereiche welche Informationen benötigen, lassen sich die Daten im Anschluss sinnvoll aufbereiten. Es sollte daher vorher klar sein, welche Kennzahlen für die Entscheidungsfindung relevant sind, um beispielsweise attraktive
Tarifpakete schnüren zu können oder eine höhere Netzauslastung zu erreichen.

2. Schritt: Informationsgewinnung
Mit welchen Instrumenten können die vorhandenen Daten veredelt werden, um die gewünschten Informationen zu gewinnen? Dafür stehen Energieversorgern heute eine Reihe hoch spezialisierter Business Intelligence-Lösungen zur
Verfügung. Bei der Auswahl der richtigen Software werden sie häufig von erfahrenen IT-Dienstleister unterstützt, die beispielsweise prüfen, ob sich die BI-Software nahtlos in die bestehende IT-Landschaft integrieren lässt.

3. Schritt: Informationsverteilung
Last but not least gilt es ein System zu entwickeln, das eine optimale Verteilung der gewonnenen Informationen über eine geeignete Struktur gewährleistet. So kann es sein, dass das Management ein Informationssystem in Form eines Dashboards erhält, das hoch verdichtete Kennzahlen enthält. Der Handel wiederum benötigt detaillierte Auswertungen, um Rückschlüsse auf das zeitabhängige Verbrauchsverhalten ziehen zu können. Dabei greifen jedoch alle Abteilungen auf die gleichen, konzernweit konsistenten Datenquellen zu.

Wofür verwenden die Energieversorger die neu gewonnenen Informationen?
Gelingt es den Energieversorgern aus den reinen Rohdaten aussagekräftige Informationen zu generieren, so eröffnen sich ihnen eine Reihe von Optimierungspotenzialen. So können sie beispielsweise völlig neue und individuell zugeschnittene Tarifpakete schnüren. Damit schaffen sie bei den Kunden größere Anreize als bisher, den Stromverbrauch in Nebenzeiten zu verlegen. Durch die Entlastung der Spitzenlastzeiten sichern sie sich bessere Margen. Auf Basis einer intelligenten Datenaufbereitung lassen sich darüber hinaus zentrale Alleinstellungsmerkmale schaffen, um sich als Anbieter auf dem liberalisierten Energiemarkt zu positionieren. So könnten Versorger beispielsweise für ihre Kunden Web-Anwendungen einrichten, über die der Kunde nicht nur den persönlichen Verbrauchsverlauf beobachten kann, sondern über die er gleichzeitig neue Tarife in Form einer Simulation testen kann.

Die Autorin
Kerstin Neu ist Business Unit Manager bei der INFOMOTION GmbH in Frankfurt am Main.