Spitzentechnologie für Spitzensportler

Die Deutsche Sporthilfe fördert etwa 3.800 hoffnungsvolle Nachwuchs- und Spitzensportler in Deutschland und will Business Intelligence-Lösungen begleitend einsetzen, um den Entwicklungsprozess von Top-Talenten zu optimieren. Ein Pilotprojekt hat gezeigt, dass mit Predictive Analytics Förderentscheidungen systematisch unterstützt werden können.

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Deutsche Sporthilfe: Top-Talente im Sport identifizieren

Wer gefördert wird, zählt zu den Besten. Denn nur Sportler, die ganz vorne in der Weltspitze dabei sind oder die Chance haben, bald dazu zu gehören, werden von der Stiftung Deutsche Sporthilfe unterstützt. Derzeit sind das etwa 3.800 Athleten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen, vom Segler und der Schwimmerin bis hin zum Mittelstreckenläufer oder der Snowboarderin. Bei der Auswahl für die verschiedenen Förderstufen verlässt sich die Sporthilfe in erster Linie auf die Kaderlisten der Sportfachverbände und darauf, welche Erfolge ein Athlet bereits errungen hat. Wer bei einer Europa-, bei einer Weltmeisterschaft oder bei Olympischen Spielen schon auf dem Siegerpodest stand, zählt ohne Frage zur Weltspitze. Aber wie sieht es beim Nachwuchs aus? Wer hat das Zeug, es bis ganz nach oben zu schaffen? Wann und wie lassen sich Top-Talente identifizieren. Worauf sollte sich die Deutsche Sporthilfe in ihrer Förderarbeit konzentrieren? Die Deutsche Sporthilfe sucht nach neuen Wegen, wie sich die Kriterien der Sportler-Förderung erweitern und verbessern lassen: Kann mit innovativen Methoden der Datenauswertung die Vorhersagequalität für sportliche Erfolge verbessert werden? „Die Besten am besten fördern, aber nicht um jeden Preis.“ Das ist eines der Prinzipien nach denen die Deutsche Sporthilfe fördert. Daraus ergibt sich eine große Verantwortung. Zu erkennen, in welcher Phase ein Athlet besondere Unterstützung in seiner sportlichen oder in seiner beruflichen Laufbahn benötigt, ist eine der Herausforderungen der Deutschen Sporthilfe.

Lösung: Predictive Analytics als Entscheidungshilfe

Mit dieser Frage wandte sich die Deutsche Sporthilfe an die Business Intelligence-Experten von INFOMOTION. In einem Pilotprojekt sichtete man gemeinsam die verfügbaren Daten und begann, diese zu analysieren. Zum Einsatz kam dabei der IBM SPSS Modeler 16.0, eine Predictive Analytics Software. Die Anwendung verfügt über zahlreiche Funktionen, um Daten aus verschiedenen Quellen zu verknüpfen und so aufzubereiten, dass sie in unterschiedlichen Analysen verwendet werden können. Der IBM SPSS Modeler vereint klassische ETL-Funktionalitäten mit umfangreichen Möglichkeiten zur Datenauswertung und Modellbildung, wobei sich für die Fragestellung ein Entscheidungsbaum als Modell der Wahl herauskristallisiert hat. Damit lassen sich in den Daten bisher unerkannte Muster aufdecken. Schnell zeigte sich, dass dafür die Datenbasis der Sporthilfe erweitert werden muss. Ergänzt werden sollten zum einen sportspezifische Faktoren wie Trainingsaufwand oder die Erreichbarkeit eines Olympia-Stützpunktes. Zudem müssen sogenannte weiche Faktoren berücksichtigt werden: Die Verknüpfung von Sport und Ausbildung spielt ebenso eine Rolle als Erfolgsfaktor wie das familiäre Umfeld. Erst durch das Einbeziehen solcher Aspekte (und deren chronologisch lückenlose Erfassung) lassen sich belastbare Aussagen machen, mit denen Förderentscheidungen systematisch unterstützt werden können. Ganz klar zeigte sich in dem Pilotprojekt aber auch: Mit Hilfe von modernen Predictive Analytics-Methoden lässt sich für die Förderung der Top-Athleten ein Entscheidungsunterstützungssystem aufbauen – ein Ansatz, den die Deutsche Sporthilfe weiter verfolgen wird.

Referenz Deutsche Sporthilfe: Projekteckdaten

  • Die Deutsche Sporthilfe und INFOMOTION entwerfen gemeinsam auf der Basis der Predictive Analytics Software IBM SPSS Modeler ein System, das Förderentscheidungen im Leistungssport unterstützt.
  • Predictive Analytics kann neue Möglichkeiten eröffnen, um sportliche Potenziale zu erkennen.
  • Die Stiftung Deutsche Sporthilfe entwickelt ihr Förder- und Fundraising-Konzept mit innovativen Methoden weiter.

Die Zusammenarbeit mit INFOMOTION war sehr positiv und wir wissen jetzt, dass wir unser vorhandenes Wissen noch gründlicher analysieren müssen, um darauf zukünftig vielversprechende Förderangebote aufzubauen.

Lucas Flümann, stellv. Leiter der Abteilung Förderung, Deutsche Sporthilfe

Über die Stiftung Deutsche Sporthilfe

Derzeit genießen rund 3.800 erfolgreiche und hoffnungsvolle Nachwuchs- und Spitzensportler die Förderung der Sporthilfe – mehr als 47.000 sind es seit der Gründung im Jahr 1967. In dieser Zeit hat die Sporthilfe über 395 Millionen Euro aufgewendet und Athleten aus mehr als 50 Sportarten unterstützt. Die Fördersumme liegt derzeit jährlich zwischen 10 und 12,5 Millionen Euro. Die Leistungen der Sportler bei internationalen Wettkämpfen sind dabei das entscheidende Kriterium, im Nachwuchsbereich wird besonders die Leistungsperspektive berücksichtigt. Als private Stiftung erhält die Deutsche Sporthilfe nahezu keine direkte staatliche Unterstützung. Ihre finanziellen Mittel muss sie durch Fundraising jährlich neu erwirtschaften. Mehr als zwei Drittel der Erträge stammen aus Spenden und Zuwendungen von Kuratoren und Förderern sowie aus den Erlösen der Event-, Förderer- und Benefizprogramme.

www.sporthilfe.de

Weiterführende Informationen

Ihr Ansprechpartner

Jörg Thiemann

Business Unit Manager

T +49 69 97460-700

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