Der Weg von INFOMOTION: Von der SQL-Entwicklung zur Strategieberatung

06.06.18

BI im Wandel

Der Themenbereich Digitalisierung und digitale Transformation ist das Thema für die Gesellschaft und deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren. Fachzeitschriften, Podcasts und Blogs berichten über IoT, Industrie 4.0 oder Data Science und stellen die Notwendigkeit dieser neuen Technologien oft als Garant wirtschaftlichen Erfolgs dar. Gerade im Zeitalter der Globalisierung schafft Digitalisierung einen großen Wert und damit einen Wettbewerbsvorteil für einzelne Unternehmen und die gesamte Wirtschaft. Wer hier zu spät kommt oder falsch handelt, den bestraft nicht nur das Leben, sondern dieser könnte zur nächsten Compact Disk 2.0 oder Videothek 3.0 werden und als Folge vom Markt verschwinden – bevor er es überhaupt bemerkt. Die Notwendigkeit der Digitalisierung wurde von vielen Unternehmen erkannt, dennoch stellen sich viele Unternehmen die Frage, ob sie auf die richtige Technologie, das richtige Tool oder den richtigen Weg setzen. Der Markt ist momentan durch Angst und Unsicherheit geprägt. Aktuell wird daher mehr über Use Cases und Disruptionen geredet, als diese selbst zu schaffen – oft fehlt der Mut. Nicht alle Videotheken sind von heute auf morgen verschwunden, dennoch ist eine ernsthafte und tiefgehende Auseinandersetzung mit diesem Thema und der Betrachtung der Implikation fürs eigene Unternehmen unerlässlich – hierfür benötigen die Unternehmen neben der Selbstbetrachtung auch eine beratende Fremdanalyse und umfassende Beratung, die die Bodenhaftung nicht verloren hat.

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Zurück an den Anfang – Unsere Entwicklung

Seit den 1990er Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Datenmanagement. Im Jahr 2004 habe ich mich schließlich mit dem Thema analytisches Datenmanagement und der INFOMOTION GmbH selbstständig gemacht. Blickt man in der Geschichte des Datenmanagements zurück, so startet diese mit relationalen Datenbankmanagementsystemen (RDBMS). Transaktionsorientierte Anwendungen schnurrten fröhlich auf solchen Systemen, aber die Anforderungen an analytische Verarbeitung brachten diese an ihre Grenzen.

Bill Imnon, der Vater des Data Warehousings, erkannte diese Grenzen und entwickelte das Data Warehouse (DWH), als für Analysezwecke optimierte zentrale Datenbank, die Daten aus mehreren, meist heterogenen Quellen zusammenführt und verdichtet. Diese „Erfindung“ war ein Meilenstein – aber es ist auch ein System, welches aus heutiger Sicht nicht perfekt war und ist. Ein System, das Speicherplatz zu Gunsten von Performance verpulvert, ein System das keine agilen Änderungen erlaubt, sondern nur Ergänzungen, ein System, was immer eine komplette Historie abbildet und ein System, welches sich in der Modellierung nicht an Integritätsregeln halten muss, sondern die fachliche Realität möglichst nah abbildet.

Erst als Person, später als Unternehmer, sammelte ich viel Erfahrung mit IT-Projekten, die sich um dieses Thema – einschließlich der Visualisierung und Analyse von Daten – beschäftigten. Mittlerweile hatte sich der Begriff „Business Intelligence“ für das oben skizzierte Themenfeld als Überbegriff etabliert. Neben notwendigen Skills, wie IT-Projektmanagement, welche im analytischen Umfeld schon immer „agil“ sein mussten, reifte das Wissen rund um die Inhalte der Daten, die wir verarbeitet hatten und damit um die Prozesse, die bei unseren Kunden etabliert wurden. Neben der Implementierung von BI-Lösungen, wurde im Kontext des analytischen Datenmanagements die Beratung unserer Kunden hinsichtlich der Infrastruktur, der Managed Services und der Prozesse immer wichtiger. Parallel hierzu öffnete sich INFOMOTION gegenüber SAP und startete die Beratung bei SAP BW und SAP BPC Projekten. Durch diesen Schritt gewannen wir neue Kunden im Finanz- und Controllingbereich. Neben der IT wurde auch der CFO unser Business Partner. Auch das Thema EPM (Enterprise Performance Management) brachte uns dazu betriebswirtschaftliche Zusammenhänge nicht nur zu verstehen, sondern diese förmlich zu durchdringen. Durch den Aufbau einer starken Fachexpertise im Bereich KVG (Kapitalverwaltungsgesellschaften) und Banking konnten wir unseren Kundenstamm weiter ausdehnen.

Die Entwicklung von Big Data

Das Thema „Big Data“, manifestiert in der Technologie des Hadoop Ecosystems, hat uns weiter stark angetrieben. Neben den Big Data Vs wie Volume, Variety, Velocity und Veracity hat uns besonders das V aller Vs - der Wert der Daten (Value) veranlasst die Wertschöpfung, die man aus Daten ziehen kann, genauer anzuschauen. Big Data betreiben wir daher nicht aus einem technologieverliebten Selbstzweck heraus, sondern weil wir genau wissen, welchen Wertbeitrag Big Data für die Unternehmen unserer Kunden leisten kann.

Um das Thema Big Data ganzheitlich betrachten zu können, mussten wir bei INFOMOTION auch Datendomänen wie Wetter, Demographie und Infrastruktur verstehen. Das Thema Big Data hat zudem noch weitere Aspekte - erst durch Advanced Analytics, Prescriptive Methoden, Data Science-Ansätze oder künstliche Intelligenz wird das Thema Big Data für die Wertschöpfung unserer Kunden nicht nur interessant, sondern unerlässlich. Gerade durch AI übernimmt die Maschine in vielen Bereichen das „Denken“ und wir helfen unseren Kunden dabei zu entscheiden, wo dies am besten passieren sollte. All diese Ansätze passieren nicht von alleine, sondern auf Basis eines umfassenden Erfahrungs- und Wissensschatzes. Dabei dürfen wir aber den Maschinenraum, aus dem wir kommen, die Datenbanken, die Objects Stores und die Data Science Workbenches nicht vernachlässigen, sondern müssen diese fest im Griff behalten. Erst dieses „Handwerkszeug“ befähigt uns die Prozesse unserer Kunden nicht nur zu verstehen, sondern genau zu wissen, welche Daten, wo und wann benötigt werden, um eine für unseren Kunden ideale Lösung zu schaffen. Jetzt stehen wir endgültig als Berater da - als Berater, die auf das technische Know-how, auf die Implementierungserfahrung und auf das jahrelang aufgebaute Erfahrungswissen nicht verzichten können, um sinnvoll zu beraten. Angekommen im Hier und Jetzt treiben unsere Kunden uns und das Thema Digitalisierung bzw. digitale Transformation voran. Diese Buzzwords sind aber lediglich Platzhalter für viele neue und große Veränderungen, die schon lange laufen: Das Internet der Dinge, die Industrie 4.0 etc. verändern nicht nur die Wirtschaftswelt, sondern unsere gesamte Gesellschaft.

Daten spielen eine zentrale Rolle

Daten werden zunehmend wichtiger und kostbarer. Daher werden im Zuge von Industrie 4.0 und dem Internet of Things auch als das Gold des digitalen Zeitalters bezeichnet. Immerhin trennen sie die Wertschöpfung durch reine Produktion von derjenigen der digitalen, weitaus umfassenderen „digitalen Produktwelt“. Gerade durch IoT-Techniken werden viele Daten massenhaft erzeugt. Industrie 4.0 entwickelt sich derzeit vom Hypethema zum Glaubensthema für Wettbewerbsfähigkeit und Strategie für die kommenden Jahre. Es scheint allen sehr deutlich zu sein, welchen Weg die Industrie zu nehmen hat, doch angefangen und die Konsequenzen bedacht haben nur wenige. Es herrscht noch immer eine große, unverantwortliche Sorglosigkeit gepaart mit einer weitgehenden Ignorierung der damit verbundenen Risiken. Das Gold der postindustriellen Gesellschaft – die Daten – führen zu einem riesigen Datenberg, den es gilt zu erschließen. Viele Unternehmen sehen sich hier durch Defizitgedanken gefangen und denken, dass die „Anderen“ meist weiter sind als sie selbst – dies ist aber oft nicht richtig. Oft kommt dann die zentrale Frage auf: Wer hilft uns? Brauchen wir einen CDO bzw. benötigen wir in Sachen Daten eine strategische Beratung? Oft ist der Handlungsdruck bei diesem Thema so groß, dass der CEO auf klassische Modelle zurückgreift und dann McB & Berger zu Hilfe ruft – d.h. das Heil bei einem klassischen Wirtschaftsberatungshaus sucht.

Oft befinden sich aber gerade diese klassischen Heilsbringer in einer ähnlichen verqueren Situation wie eben dieser CEO – sind meist in ihren archaischen Strukturen gefangen, warten mit hohen Tagessätzen auf, da sie ja nur die „Besten der Besten“ als Berater beschäftigen und dies führt dann zu einem Denken, welches geprägt ist durch „Up or Out“, Work-Work-Balance anstelle von Work-Life-Balance etc. Bei einem solchen Denken bzw. in einer solchen Gedankenwelt fühlt sich die Generation Y nicht mehr wohl, sie wendet sich ab und die Generation Z nimmt solche Typen gar nicht mehr wahr.

Diesen vermeintlichen Heilsbringern und „Beraterprofis“ fehlen die Nerds und sie haben auch keinen „Blaumann im Schrank“ hängen. White Collar wird zur Falle – es gibt kein „Blue Collar Thinking in a White Collar World“ in diesen Beratungsfirmen. Diesen Anzugträgern fehlt die Bodenhaftung und das ist gerade in der digitalen Welt eine Schlüsselqualifikation. Ohne die nötige Erfahrug aus dem Maschinenraum öffnen die überbezahlten Heilsbringer, meist ungewollt, da unwissend, die Büchse der Pandora. Anstelle von Agilität sieht man oft nur hierarchisches Vorgehen und Denken, PowerPoint-Hochglanz, Bullshit-Bingo-Shows. In meinen Augen wird die digitale Transformation und die damit einhergehende Verändung auch unserer Geschäftsbeziehungen zur Disruption für die klasssischen Strategieberatungen selbst – was ein Bommerang.

Strategieberatung im Zeitalter der Digitalisierung

INFOMOTION steht hier in vorderster Front, wenn es um strategische Fragestellungen im Umfeld der Digitalisierung geht: Wie muss ich mich als Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung aufstellen? Wo finde ich werttreibende Use Cases? Die jahrzehntelange Expertise, die wir im technisch-fachlichen Zusammenspiel entwickelt haben, das tiefe technologische Wissen aus unzähligen Implementierungsprojekten, die in unserer DNA verankerte technologische Neugier – also dieses „Blue Collar Thinking in a White Collar World“, eben der Blaumann im Schrank – zeichnet uns aus. Nicht nur unser Wissen und unsere Erfahrung macht uns fit für die „neue Welt“, sondern besonders unsere unprätentiose, kooperativ partnerschaftliche Art der Zusammenarbeit mit unseren Kunden, deren Prozesse wir im Rahmen unserer gemeinsamen Projekte hervorragend zu verstehen gelernt haben, rundet dieses Bild der ganzheitlichen Hands-on-Beratungsfirma „INFOMOTION“ ab. Und nicht zuletzt: Der fast zwanghafte Drang, die Dinge agil anzugehen – geboren aus Erkenntnissen im Umfeld des analytischen Datenmanagements – macht uns zu einem Gewinn für unsere Kunden.

Obwohl wir das Wissen und die Erfahrung haben, gemeinsam mit unseren Kunden Strategien erfolgreich entwickeln zu können, bleibt auch bei uns ein großes Bündel an Herausforderungen bestehen, die wir zunächst einmal meistern müssen: Wir müssen Werkzeuge und Methoden entwickeln, den Umgang mit anderen Hierarchieebenen bei unseren Kunden erlernen, Menschen mit anderen Qualifikationen und Zielsetzungen für uns gewinnen und diese integrieren, um langfristig im Konkurrenzumfeld bestehen zu können. Trotz all dieser Herausforderungen, sieht es aber aktuell so aus, als ob wir die besseren Karten in der Hand halten. INFOMOTION ist agil, wir kommen aus dem Maschinenraum, wir haben die nötige Erfahrung und wir sind clever und unprätentiös genug, um auch den kritischten CEO überzeuen zu können. Die Hürde für unsere Konkurrenz, die großen Strategieberatungen, ist unvergleichlich höher. Sie sind groß und sie müssen die Dinge erstmal begreifen, die bei uns schon seit Jahren Teil der DNA sind.

Was ist aber nun konkret zu tun? Was empfehlen wir all denen, die sich bezüglich Digitalisierung hinterfragen wollen, ihre Zukunft sicherstellen wollen? Macht das, was ich oben beschrieben habe, mit uns oder fordert es von euch selbst oder von euren Beratern ein: Seit explorativ und strategisch zugleich im Finden wertbringender digitaler Use Cases. Seid agil im Denken und in der Umsetzung von Use Cases und erlaubt Fehler, erlaubt ganze Fehlerketten. Nicht jeder Schuss wird ein Treffer sein. Verbietet euren Strategieberatern gepimpte PowerPoints zu präsentieren und reißt ihnen die Armani Anzüge vom Leib. Beteiligt euch an diesen Prozessen und Projekten und beobachtet sie nicht nur. Strategie wird heutzutage auch im Lab gemacht. Nicht nur – aber auch.

Autor

Mark Zimmermann

Geschäftsführer

Mark Zimmermann studierte Informatik und BWL. Nach seinem Abschluss begann er 1997 als Consultant bei einer IT-Beratung. 2000 wechselte er ins Management und baute eine Business Unit für BI im Financial Services-Umfeld auf. Ende 2004 gründete er INFOMOTION mit dem Ziel, ein unabhängiges Beratungshaus für BI-Lösungen aufzubauen. Für die unternehmerische Leistung wurde ihm 2011 der Preis „Entrepreneur des Jahres“ verliehen.

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