WirtschaftsWoche „Nahaufnahme“ mit John Wayne

11.11.18

Geschäftsführung

Was tut sich hinter den Kulissen der Unternehmen? Claudia Tödtmann bloggt über Nützliches, Unterhaltsames und Wissenswertes aus dem Büroalltag in der WirtschaftsWoche Online. Vergangene Woche durfte ich mich ihrem Fragebogen „Nahaufnahme“ stellen. Hier nun der Beitrag mit meinen Antworten in voller Länge.

Drucken

Ein Blick hinter die Kulissen von INFOMOTION

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Ich stehe um 6.30 Uhr auf, bringe zuerst meine Kinder und dann mich auf Vordermann und sitze dann oft um 7.51 Uhr im ICE 614 von Stuttgart nach Frankfurt. Unterwegs schreibe ich in Ruhe E-Mails oder treffe mich auch häufiger schon im Zug mit Kollegen, zum Beispiel um Meetings vorzubereiten oder Themen zu besprechen.

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Ich sehe mich als Chef, der eine klare Meinung und Vision seiner Firma hat – eine Vision, für die ich alle im Unternehmen begeistern möchte und die ich auch manchmal gegen Widerstände durchsetze. In der Kombination mit meinem impulsiven, manchmal bissigen Humor mag so für manchen der Eindruck entstehen, ich sei zu progressiv.

 … und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich glaube, dass sie sehen, dass ich bei all meinem Enthusiasmus und meiner klaren Ausrichtung die Kollegen und ihre vielfältigen Sichtweisen nicht aus den Augen verliere. Ich hoffe auch, dass sich jeder ernst genommen und für seinen Anteil am Erfolg des Unternehmens gewertschätzt fühlt. Einige Mitarbeiter würden sich aber sicher wünschen, ich solle einen Gang runter schalten, mich weniger in Details einmischen und manchmal auf einen Scherz verzichten.

Tee oder Kaffee?

Ich trinke daheim nur Schwarztee und im Büro Kaffee. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre es tatsächlich Tee.

Ihr Spitzname ist…?

Manche in der Firma nennen mich John Wayne. Denn ich bin eher risikoaffin. Und oft auch mutig. Das nennt mancher mein John-Wayne-Gen. Und manchmal schieße ich eben auch erst und frage dann. Das ist die negative Seite davon.

Verraten Sie eine Marotte.

Ich habe ein weißes INFOMOTION Notizbuch, in das ich mir manchmal bei Meetings Dinge aufschreibe. Und dann schaue ich nie wieder rein. Und noch eine Marotte: Ich benutze nur selten Telefonspeicher für Nummern, sondern wähle immer die Nummern aus dem Kopf – zumindest für alle Personen in meinem nahen Umfeld.

Was bringt Sie in Harnisch?

Ich kann es nicht leiden, wenn Menschen nicht ergebnisorientiert arbeiten und nicht geradlinig sind. Oder wenn Leute hinter dem Rücken von anderen Kritik an diesen üben, statt es den Menschen in das Gesicht zu sagen. Das halte ich für eine große Charakterschwäche.

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Ich habe ein sehr gutes Gedächtnis und halte Gesprächspartnern oft ihre exakten Aussagen auch von vor mehreren Jahren vor. Das kommt nicht immer gut an. Manche nennen es sogar besserwisserisch.

Was möchten Sie gerne mal machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig wären, nicht mehr in Ihrer Firma und ganz viel Zeit hätten?

Ich habe mit einigen Freunden und Partnern das gemeinnützige Projekt GCAM, das deutsche Zentrum für analytische Medizin, gegründet. Im GCAM entwickeln wir neue analytische und interdisziplinäre Methoden zur Verbesserung von medizinischen Diagnosen. Für dieses Projekt hätte ich gerne mehr Zeit. Apropos Zeit: Ich würde gerne öfter und länger in meiner Hütte auf 1.200 Metern im Vorarlberg sitzen – mit meiner Frau und meinen Kindern. Ein herrlicher Platz, dort war ich schon als Kind mit meinen Eltern.

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Wenn Menschen wohlwollend sind. Man merkt Menschen an, ob sie ihren Mitmenschen grundsätzlich wohlwollend gegenüber stehen und nicht missgünstig oder zurücksetzend sind.

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Ich bin einfach ein Computermensch, das heißt, ich brauche immer mindestens ein Laptop um mich herum. Ansonsten könnte ich nicht auf Sport und auf meine Hütte in Österreich verzichten. Und über allem steht natürlich meine Familie.

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Mich würden zwei Erfahrungen reizen:

  1. Eine zentrale politische Funktion, um zu sehen, wie viel Gestaltungsspielraum einer Person in einem solchen Geflecht überhaupt zukommt.
  2. Der Job des Lufthansa-CEO – ich stelle mir die Kombination aus dem Freiheitsgefühl der Fliegerei und der Verantwortung für ein so großes Unternehmen extrem spannend vor. Sie merken, ich mag komplexe Systeme.

Quelle: WirtschaftsWoche Online – Management-Blog

WirtschaftsWoche „Nahaufnahme“ mit John Wayne

Diesen Pappkameraden in Originalgröße haben mir die Kollegen geschenkt. Er bewacht die Tür meines Büros in unserer Frankfurter Zentrale. Ich bin ein riesengroßer Fußballfan und deshalb ist der Cowboy natürlich stilecht gekleidet in ein Trikot der Frankfurter Eintracht.

Autor

Mark Zimmermann

Geschäftsführer

Mark Zimmermann studierte Informatik und BWL. Nach seinem Abschluss begann er 1997 als Consultant bei einer IT-Beratung. 2000 wechselte er ins Management und baute eine Business Unit für BI im Financial Services-Umfeld auf. Ende 2004 gründete er INFOMOTION mit dem Ziel, ein unabhängiges Beratungshaus für BI-Lösungen aufzubauen. Für die unternehmerische Leistung wurde ihm 2011 der...

E-Mail senden