People Analytics mit SAP & Snowflake
Viele Unternehmen verlieren jährlich einen erheblichen Teil ihres kritischen Wissens – nicht weil ihnen Daten fehlen, sondern weil sie vorhandene Informationen nicht in konkrete Entscheidungen übersetzen können. Mit kostspieligen Folgen. Geht Wissen verloren, entstehen nicht nur Kosten für Recruiting und Einarbeitung. Projekte verzögern sich, Teams geraten unter Druck und wichtige Kompetenzen fehlen oft genau dort, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Gleichzeitig verfügen Unternehmen heute über mehr Personaldaten als je zuvor. Stammdaten, Leistungsbewertungen, Abwesenheiten, Organisationsstrukturen oder Weiterbildungsmaßnahmen liegen bereits in den Systemen vor. Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb häufig nicht darin, weitere Daten zu sammeln. Vielmehr geht es darum, vorhandene Informationen so zusammenzuführen und auszuwerten, dass daraus konkrete Handlungsempfehlungen entstehen.
Genau hier zeigt sich das Potenzial der Kombination aus SAP Business Data Cloud und Snowflake.
Während SAP die führende Quelle für geschäftskritische HR-Daten bleibt, ergänzt Snowflake die Landschaft um moderne Analyse-, Machine-Learning- und AI-Funktionen. Gemeinsam entsteht eine Architektur, die es ermöglicht, datengetriebene Entscheidungen dort zu treffen, wo sie benötigt werden – ohne zusätzliche Datensilos und ohne aufwendige Datenreplikation.
Viele HR-Abteilungen arbeiten noch immer reaktiv
Wer heute mit HR-Verantwortlichen spricht, hört häufig ähnliche Fragestellungen:
- In welchen Fachbereichen steigen die Fluktuationsrisiken?
- Wo entstehen kritische Wissenslücken?
- Welche Schlüsselrollen sind besonders gefährdet?
- Und wie lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, bevor bereits eine Kündigung auf dem Tisch liegt?
In der Praxis werden solche Fragen oft rückblickend beantwortet. Reports basieren auf historischen Daten, Excel-Auswertungen werden monatlich erstellt und viele Entscheidungen beruhen noch immer auf Erfahrung und Bauchgefühl.
Dabei haben sich die Anforderungen an HR längst verändert. Personalbereiche werden zunehmend zu strategischen Partnern der Unternehmensentwicklung. Sie begleiten Transformationen, identifizieren zukünftige Kompetenzbedarfe und unterstützen Unternehmen dabei, die Auswirkungen von AI auf Rollen, Teams und Qualifikationen aktiv zu gestalten.
Dafür benötigen sie jedoch deutlich mehr als klassische Berichte.
Was SAP Business Data Cloud und Snowflake gemeinsam ermöglichen
Die Stärke der Kombination liegt darin, dass beide Plattformen unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
SAP Business Data Cloud stellt die relevanten HR-Daten und Datenprodukte bereit. Snowflake erweitert diese um leistungsfähige Analyse- und Machine-Learning-Funktionen. Über die bidirektionale Zero-Copy-Integration können Daten genutzt werden, ohne sie dauerhaft zu replizieren oder zwischen verschiedenen Plattformen zu verschieben. Governance und Kontrolle bleiben erhalten, während gleichzeitig neue AI-Szenarien möglich werden.
Das klingt zunächst technisch. Der eigentliche Mehrwert zeigt sich jedoch erst in der Anwendung.
Praxisbeispiel: Fluktuationsrisiken erkennen, Wissensverlust vermeiden
Stellen wir uns eine typische HR-Abteilung vor.
Die relevanten Informationen liegen bereits in SAP vor: Stammdaten, Leistungsbewertungen, Abwesenheiten, Organisationsstrukturen und weitere Mitarbeiterinformationen.
Auf Basis dieser Daten wird in Snowflake ein Machine-Learning-Modell trainiert, das einen aggregierten People Impact Index auf Orga-, Rollen- und Skill-Ebene ermittelt. Dieser Score beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der Personen aus bestimmten Fachbereichen und in bestimmten Positionen das Unternehmen verlassen könnten. Zusätzlich macht das Modell transparent, welche Faktoren die Bewertung beeinflussen.
Berücksichtigt werden beispielsweise:
- Betriebszugehörigkeit
- Leistungsbewertungen
- Abwesenheitsmuster
- Organisationszugehörigkeit
- Vergütungsstufe
- Rolle und Verantwortungsbereich
Die Ergebnisse fließen anschließend direkt zurück in die SAP Business Data Cloud und stehen dort beispielsweise in SAP Analytics Cloud zur Verfügung. Für HR ändert sich dabei kaum etwas. Die Mitarbeitenden arbeiten weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung, erhalten jedoch deutlich tiefere Einblicke in potenzielle Risiken und Handlungsfelder.
Von der Rückschau zur Vorausschau
Der eigentliche Unterschied liegt in der Perspektive.
Statt erst zu analysieren, warum Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben, können HR-Teams frühzeitig erkennen, wo Handlungsbedarf entsteht.
So lassen sich beispielsweise gezielte Maßnahmen für Teams, Rollencluster oder Skillbereiche initiieren. Weiterbildungsmaßnahmen können dort eingesetzt werden, wo zukünftige Kompetenzlücken entstehen. Und Führungskräfte erhalten eine belastbare Grundlage für ihre Personalplanung.
Die Diskussion verändert sich dadurch grundlegend: weg von Vermutungen und hin zu datenbasierten Entscheidungen.
Der beschriebene Use Case ist nur ein Beispiel dafür, wie Unternehmen ihre SAP-Daten für moderne AI-Anwendungen nutzbar machen können. Das eigentliche Potenzial liegt in der Architektur dahinter.
Viele Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, SAP-Daten mit Informationen aus anderen Quellen zu verbinden, ohne zusätzliche Komplexität aufzubauen. Gleichzeitig sollen neue AI-Initiativen nicht als isolierte Pilotprojekte entstehen, sondern langfristig skalierbar sein.
Genau hier ergänzen sich SAP Business Data Cloud und Snowflake besonders gut. SAP liefert die fachliche und operative Grundlage als Datenprodukt. Snowflake schafft den Raum für Analytics, Machine Learning und AI. Gemeinsam entsteht eine Plattform, die Innovation ermöglicht, ohne bestehende Prozesse aufzubrechen.
Fazit: Der Mehrwert entsteht dort, wo Daten nutzbar werden
Die Diskussion rund um Artificial Intelligence konzentriert sich häufig auf Modelle, Algorithmen oder neue Tools. In der Praxis entscheidet jedoch oft etwas anderes über den Erfolg: die Fähigkeit, Daten aus unterschiedlichen Welten sinnvoll zusammenzuführen und daraus konkrete Entscheidungen abzuleiten.
Der HR-Use-Case zeigt genau das. Aus vorhandenen Personaldaten entstehen Frühindikatoren für Wissens-, Skill- und Stabilitätsrisiken. Aus rückblickenden Reports werden vorausschauende Entscheidungen. Und aus einer technischen Integration wird ein messbarer Mehrwert für das Unternehmen.
SAP Business Data Cloud und Snowflake schaffen dafür die Grundlage – nicht als Konkurrenz, sondern als komplementäre Partner in einer modernen Data- und AI-Architektur.
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